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Momente für die Ewigkeit - RMW erfolgreich in Berlin

Ein Unified Fußballteam aus Koblenz reiste für eine Woche in die Hauptstadt und ein Tischtennis Quartett aus dem Hunsrück brachte sogar Edelmetall mit nach Hause. Zum ersten Mal in der nun 50-jährigen Geschichte der Rhein-Mosel-Werkstatt, nahm eine Delegation an den Bundesspielen von Special Olympics teil. Eine Woche lang erlebten die Athleten Berlin, aber Berlin erlebte auch die RMW!

Die Reisegruppe aus Rheinland-Pfalz war nicht nur in ihren einheitlichen Sport- und Freizeitoutfits sichtbar, sondern machte auch immer mal wieder mit dem unüberhörbaren Schlachtruf “Rhein-Mosel-Werkstatt“ auf sich aufmerksam. So geschehen am Brandenburger Tor, vor dem Reichstag, im Paul-Löbe Haus und nicht zuletzt vielfach auf dem prominenten Sportgelände. Die Fußballer spielten ein viertägiges Turnier auf dem Maifeld, in direkter Nähe des Olympiastadions und das Tischtennisteam glänzte in der nahegelegenen Eissporthalle.


Den besonderen Glanz brachte das gemeldete Tischtennis Quartett in Form von Medaillen mit nach Hause in den Hunsrück.


Die drei teilnehmenden Athleten aus der Betriebsstätte Kastellaun holten Gold, Silber und Bronze. Maximilian Schüler, Axel Linn und Manuel Cornelius konnte in ihren jeweiligen Leistungs- und Altersklassen allesamt nicht nur überzeugen, sondern überraschen. „Drei Medaillen waren niemals unsere Erwartung“, zeigte sich Sportlehrerin Susanne Frank mehr als zufrieden nach den emotionalen Siegerehrungen am Mittwoch. Donnerstag war dann die Gold-Medaille von Heidemarie Meyer das Sahnehäubchen. Die Mitarbeiterin aus der Betriebstätte Simmern düpierte das gesamte Teilnehmerinnenfeld und holte sich souverän die Gold Medaille. Die begleitende Sportlehrerin Karina Haackmann fasste zusammen: „Sie ist immer ruhig geblieben und hat sich Tag für Tag sogar steigern können.“ Die grandiose Teamleistung resultierte auch aus dem bemerkenswerten Teamspirit. „Hier hat jeder jeden unterstützt“, fasste Heidemarie Meyer zusammen. Damit meinte sie auch die Fußballer, die in jeder freien Minute nicht nur Spielstände wissen wollten, sondern sogar geschlossen beim Tischtennis erschienen und anfeuerten, erst recht bei den finalen Siegerehrungen. Selbst die komplette Geschäftsleitung war zugegen, um die Athleten zu unterstützen. Während der Leiter Bildung und Rehabilitation, Reiner Plehwe, als Ehrenamtler einmal mehr die Spiele mitorganisierte, waren Geschäftsführer Thomas Hoffmann und Verwaltungsleiter Volker Kochanek zum ersten Mal bei National Games. „Ein besonderes Erlebnis“, schwärmte Hoffmann, „der Sport, die Begeisterung, aber auch der Rahmen“. Dazu gehörten neben der feierlichen Eröffnung in der “Alten Försterei“, eine Athletendisco, die Siegerehrungen und eine Abschlussfeier.


Der RMW-Tross stattete Mittwochs sogar einen Besuch im Bundestag ab. MdB Josef Oster aus Koblenz empfing die Gruppe im Paul-Löbe-Haus und es entstand ein reger Austausch über aktuelle politische und gesellschaftliche Themen, an dem sich die beeinträchtigten Menschen sehr aktiv beteiligten. „Eindeutige Entwicklungen durch unsere persönlichkeitsfördernden Maßnahmen“, zeigte sich Reiner Plehwe bestätigt in der täglichen Arbeit, aber auch in seinem Engagement für diese Reise. „Wie wir hier als Team aufgetreten sind, war beispielhaft“, war auch Sportlehrer Jochen Scheler stolz auf seine Fußballer. Gemeinsam mit Alfred Langen führte er die RMW-Truppe durch ein viertägiges Turnier, in dem die Koblenzer sogar sportlich für Furore sorgten und nach einem sensationellen Qualifizierungstag sogar in der stärksten Unified Gruppe spielen durften. Und selbst dort hatten die Premierenteilnehmer gegen turniererprobte Gegner ihre Erfolgserlebnisse. So avancierte Christian Pischke zu einem der auffälligsten Torhüter der Spiele und Axel Ritz schoss eines der schönsten Tore des Turniers. Am Ende wurde es Platz 5 unter 22 Mannschaften.


Kein geringerer als Hertha-Boss Fredi Bobic ehrte am Ende die Koblenzer Fußballer, die bei der Siegerehrung in Gedenken an ihren, zu Beginn des Jahres plötzlich verstorbenen Teamkollegen Timo Bersch ein individuelles T-Shirt bei sich trugen. „Alles sehr emotional“, befand Michael Wall. Der Berufsbildungsbegleiter hatte gemeinsam mit Controller Fabian Röhrig das Team nicht nur auf dem Platz angeführt, sondern zudem außerhalb des Platzes durch die spannende Woche begleitet. „Für uns alle unvergessliche Tage für die Ewigkeit“, so Wall, der als Oberliga Fußballer auch schon einiges gesehen hat, „aber diese Intensität, Freude und das in dieser Stadt – einmalig.“


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